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Autor Thema:  Produktion Automatisieren oder ins Ausland verlagern ?  (Gelesen 11188 mal)

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Offline Werner Hampel

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Produktion Automatisieren oder ins Ausland verlagern ?
« am: 15. März 2005, 14:05:27 »
Zur Zeit bemerke ich zwei Tendenzen bei den produzierenden Betrieben:
 
 1. Man versucht die Qualität zu verbessern und den Preis zu senken, indem man Roboter in deutsche (oder besser West-Europäische) Produktionen integriert, und andererseits
 2. Produktionen ins Ausland (Tschechien, Polen, China etc.) verlegt, um die Kosten zu senken. Dabei werden für schwierige Prozesse ebenfalls vermehrt Roboter eingesetzt.
 
 meine Fragen dazu:
 - Welches Argumente bestimmen die Standortentscheidung ?
 - was muss sich ändern, um mehr Arbeitsplätze bei uns zu halten, bzw. evtl. zurückzuholen ?
 - Wie denken Sie darüber ?
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Roboter sichern die Arbeitsplätze und den Fortschritt der Industrieländer, da sie kostengünstig und qualitativ hochwertig produzieren.
Ohne Automatisierung mit Robotern werden unsere Produkte in Billiglohnländern hergestellt.

Kel

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Ich bemerke dazu, dass Programmieraufgaben für Automatisierung zunehmend von Programmierern aus dem Ostblock ausgeführt wird. (Polen, Tschechen usw.) Mehrere Firmen machend as und die anderen werden nur an der Sprachbarriere daran gehindert. Aber die Polen können ja mittlerweil auch recht gut deutsch. Im Grunde kann diese Entwicklung derzeit nicht gestoppt werden, da in Deutschlalnd die wenigsten bereit sind für den Ostlohn zu arbeiten. Deshalb werden viele Mittelständler, die Programmierung betreiben über kurz oder lang wegsterben. Diese Sache kann man nur aussitzen und darauf warten, dass sich dies Lohnniveuas mit den angrenzenden Ländern ausgleichen. Ich denke, das wird in den nächsten zehn Jahren passieren. Solange können wir nur versuchen nicht den Anschluss zu verlieren. Das klingt sehr ernst, aber warum soll man das schönreden. Es ist aber nicht ganz so schlimm, es wird immer Arbeit für Firmen geben, die dem Kunden für mehr Geld auch mehr Leistung anbieten können, so dass der Kunde nicht nur auf den Preis schaut. Schwierig aber lösbar.
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Offline Werner Hampel

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@Kel
 ja, auch die Programmierung der Roboter wird immer öfter von Programmierern aus dem Ostblock erledigt. Das liegt auch sicherlich daran, dass die Programmierung der Roboter immer einfacher wird und man für einfache Applikationen beinahe "jeden" hinstellen kann. Die Offlineprogrammierung in der Automobilindustrie macht dies möglich. Im Mittelstand ist noch Prozess-Know-How gefragt und schnelle Reaktionszeiten. Da haben wir (z.B. ROBTEC GmbH) unsere Stärken.
 
 Aber zurück zum Thema, es geht ja eigentlich darum, warum die Produktionen und Roboter zunehmend im Osten aufgebaut werden.
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Offline Roland Keller

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Zitat
Ich bemerke dazu, dass Programmieraufgaben für Automatisierung zunehmend von Programmierern aus dem Ostblock ausgeführt wird.
Ich habe noch keinen getroffen
 
 
Zitat
Im Grunde kann diese Entwicklung derzeit nicht gestoppt werden, da in Deutschlalnd die wenigsten bereit sind für den Ostlohn zu arbeiten.
Können wir uns auch bei unseren Lebenshaltungskosten nicht leisten
 
 
Zitat
Deshalb werden viele Mittelständler, die Programmierung betreiben über kurz oder lang wegsterben.
Genau dies wird meiner Meinung nach nicht passieren. Die "Grossen" wird es erwischen.
 Der Vorteil der Mittelständler ist doch die grosse Flexibilität, Überstunden und wenn nötig auch Samstagarbeit. Wir bekommen Aufträge von Kunden auch wenn unser Angebotspreis höher liegt wie das der Konkurrenz. Im gewissen Rahmen versteht sich.
 
 
Zitat
Diese Sache kann man nur aussitzen und darauf warten, dass sich dies Lohnniveuas mit den angrenzenden Ländern ausgleichen.

 *ähem* Den Kopf in den Sand stecken? Nein, nicht warten sondern reagieren. Flexibel sein und vorallem *sauschnell*
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Gruß
Roland

Wie poste ich falsch?
Nachdem ich die Suche und die FAQ erfolgreich ignoriert habe, erstelle ich das gleiche Thema in mehreren Unterforen, benutze einen sehr kreativen Titel wie "Hilfe", am Besten noch mit mehreren Ausrufezeichen, und veröffentliche einen so eindeutigen Text, dass sich jeder etwas Anderes darunter vorstellt.

Ich bin wie ich bin. Die Einen kennen mich, die Anderen können mich.
Konrad Adenauer

Kel

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Wie soll das gehen, wenn mich einer anruft uns sagt ihr kostet mehr als meinen neuen polnischen Inbetriebnehmer, was soll ich da machen? Mit Schnelligkeit kann ich da nix ausgleichen.
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Offline Sven Weyer

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Tja Kel,
und da liegt der Hund begraben.
Einfach mit den Schulternzucken ist nicht.
Höflichkeit und Qualität gepaart mit schnellen Reaktionen. Sicherlich ist der Preis ein Punkt. Aber wenn die Sachen dann nicht prozesssicher funktionieren gibt es wieder ein Argument, die Qualität.
Natürlich wird es sich nicht vermeiden lassen das man andere Wege finden muß in Bezug der Preislichen Schiene.
Aber ich denke dort gibt es ebenfalls Möglichkeiten.

Nicht verzagen!  :genau:
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Offline Holger-MS

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Schönen guten Morgen,

ich habe mich hier gerade mal angemeldet, da ich in Zukunft sehr wahrscheinlich vermehrt Roboter bei uns in die Produktion integriere.

Was ich hier gerne dazu beitragen möchte sind Meinungen und gemachte Erfahrungen:

Qualität verbessern:
Ich denke Qualität ist primär abhängig von der Entwicklungsabteilung. Die Produktion muss diese nur zu festgelegten Kriterien (z.B. Toleranzbreite mit gefordertem cmk-Wert oder 100%-Prüfung mit wirtschaftlichem n.i.O.-Anteil) ausführen. -Ist also eher das Konzept dazu.

Standortentscheidung:
Es gibt m.E. einen Grundparameter und das ist die Gewinnmaximierung.
Es gibt für die Standortentscheidung den einen Punkt "Stückkosten". Diese werden maßgeblich von dem Anteil der darin enthaltenen Lohnkosten beeinflusst. Das heißt also: ich produziere dort wo Lohnstückkosten minimiert werden können. Selbstverständlich muss man Risiko, Produktivität, Planungs- und Administrationsaufwand für einen Auslandsstandort kalkulieren.
Ein weiterer und m.E. sehr vernachlässigter Faktor, insbesondere für Vorprodukte sind die Besteuerung. Ich vermute, viele Unternehmen verlagern die Produktion von Vorprodukten in Niedrigsteuerländer um dort einen hohen Gewinnanteil entstehen zu lassen da die Vorprodukte relativ teuer verrechnet werden. Die Produktionsstätte im Hochsteuerland kauft dies Vorprodukte teuer ein um kaum Gewinn entstehen zu lassen.
Hat jemand eine Meinung dazu?

Wenn ich rechne, dass ein dreischichtiger Produktionsarbeitsplatz locker mit 200t€/a zu kalkulieren ist und ein entsprechender Roboter nebst Ausrüstung einmalig ca. 100t€ kostet und die Arbeit eines halben Bedieners verrichtet dann amortisiert sich dieser Roboter statisch in einem Jahr. Das sind Investentscheidungen die (Volkswirtschaftlich "leider") sehr einfach sind.
Der Trend den ich seit Ewigkeiten sehe ist daher eher die Verlagerung von der Personal- auf die Kapitalbindung.
Das ist aber nie anders gewesen wenn man an Beispiele denkt wie: Webstühle wurden mechanisiert, Bergbau wurde zunehmend mechanisiert, gesteuerte Werkzegmaschinen etc. Und das ganze entwickelte sich auch sehr stetig ohne große big-bangs oder Unterbrechungen.
Das das Volkswirtschaftlich nicht so toll ist, ich denke, da ist sich jeder klar drüber. Nur müssen wir uns auch klar werden, dass wir an Entwicklung kaum was ändern können. Und so denke ich werden wir im direkten Produktionsbereich bei gleichem Output sicherlich immer weniger Arbeitsplätze vorfinden.
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Offline Sven Weyer

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Ist es nicht das besagte "Lauf der Dinge"?
Jeder ist nun einmal bestrebt die Dinge immer besser zu machen wie beim vorherigem mal. Dies trifft auch bei diesem Thema zu.
Uns als Programmierer geht es auch nicht anders. Bei jedem Programm lernt man neue Dinge wie Sachen besser und einfacher zu erledigen sind.
So geht es auch der Wirtschaft nur das Tempo und die Intentionen sind möglicherweise andere. Das Ziel ist aber das gleiche.
Jeder einzelne für sich wird sich diesem Strom nicht wiedersetzen können.
Wie schon angedeutet gibt es in der Geschichte genügend Beispiele welche heute belächelt werden.
Aber geht es uns nicht ähnlich? Ständig die Frage nach der Exsistenzsicherung!
Nun die Gesellschaft ist nun einmal wie sie ist und auch eine Grundlegende Änderung unter dem Moto " Arbeiter vereinigt Euch" hätte eigentlich nur eine bremsende Wirkung aber keinen Stillstand zur Folge.
Man sollte flexibel und kreativ bleiben und vorrausschauend Arbeiten und sich ständig weiterbilden denn ich denke nur so ist es möglich Arbeitsplätze zu finden.
Die Entwicklung wird man nicht aufhalten können man kann sie nur beeinflussen.
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Offline Werner Hampel

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Und dann übt das Unternehmen auf die Arbeitnehmer in den Hochsteuerländern Druck aus, indem es behauptet, die Zweigstelle im Niedrigsteuerland arbeitet wirtschaftlicher und es müssen Arbeitsplätze in z.B. Deutschland abgebaut werden, wenn die Löhne weiter steigen.
So werden die Arbeitnehmer in West-Europa gerade dazu erpresst, weniger zu verdienen.  :down:
« Letzte Änderung: 26. Juli 2005, 20:51:31 von Werner Hampel »
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Offline burlibua

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Ich sehe wir müssen mehr Arbeitsplätze in kontrollierende/reinigende Funktionen übersiedeln

Sauberkeit ist gefragt --- ein Audit steht an
Wir stellen eigene Leute an um Auflagen und Verordnungen selbst zu kontrollieren
Wir machen neue Verordnungen --- damit wir Diese auch kontrollieren können
Wir brauchen Anwälte die uns herausboxen-- wenn wir unsere Verordnungen übertreten

Da fällt mir ein Spruch ein :  Wenn man verheiratet ist kann man die Probleme teilen die man
  vorher nicht hatte.

PS Weiß jemand den aktuellen maximalen Kümmungsradius einer EU zertifizierten  Banane
     Wie hoch darf die Oberflächenrauheit einer EU Tomate sein
     Wo muß ich auf einen Apfel das CE Zeichen anbingen


zum Nachdenken Burlibua
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Offline Handschuh #33

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 - die Standortkosten und dessen Produktivität, die Qualität rückt da für meine Begriffe immer mehr in den Hintergrund!

 - die Mentalität des immer mehr Geld scheffelns (praktisch für kleines Geld herstellen und für viel Geld verkaufen) muß sich ändern! Es muß in der gesamten Politik umgedacht werden, denn die unterstützt sogar das Abwandern von Firmen ins osteuropäische Ausland mit billig Krediten und Bürgschaften!
Leben und Leben lassen muß wieder etwas zählen, Zulieferbetrieben, z.B. in der Automobilindustrie, wird immer mehr die Luft abgedreht (siehe weiter unten), nur der Kunde merkt nichts davon, denn das Endprodukt Auto hat in den Euro-Jahren supergewaltig im Preis zugelegt!

 - wenn das so weiter geht, und danach sieht es aus, wird dieses Land an der Last zusammen brechen!
Der Wegfall von Steuer.- und Sozialeinnahmen wird immer größer, Firmen wandern ab oder entlassen jede Menge Steuerzahler! Sie versuchen, wenn sie denn hier bleiben, so wenig wie möglich zubezahlen wie es geht (wenige Mitarbeiter, schlanke automatisierte Produktion und Steuerabschreibungen)!
Die, die in die Kassen einzahlen werden immer mehr und die, die Gelder aus den Kassen brauchen werden immer mehr!
Die Arbeiten, die von ungelernten Kräften erledigt werden können, fallen immer mehr weg (ist ja unser Job), aber nicht alle können sich weiterbilden und auch diese entsprechenden Arbeitsplätze gibt es ja nicht unbegrenzt!
....nun kommen auch noch die Provitgierigen Investoren dazu, die mit der  Überschuldung und Zerschlagung von Firmen in kürzester Zeit Rekordgewinne auf ihr Konto buchen wollen und dieses auch tun (deutsche Firmen haben in dieser Branche einen sehr guten Ruf)!

Die Lebenshaltung ist hier einfach zu teuer, als dass wir alle weniger verdienen könnten, aber wenn das nicht so wäre könnten auch die Einkünfte runtergeschraubt werden und wir wären auf einem besseren Weg!

Ich arbeite in einer Automobilzulieferfirma und das was da abgeht, ist das was dieses Land niederringt!
Wir mussten unseren Verkaufspreis unserer Artikel von duchschnittlich ca 80DM auf nun ca. 35 € zurückschrauben und das Ende ist noch nicht in Sicht! Die andere Seite, der Wareneinsatz mit Rohstoffen, Energie, Ersatzteilen für Maschinen usw. weisst deutliche Preissteigerungen auf, so dass am Ende nicht mehr die Menge überbleibt! Wir stellen zum Teil Artikel her, wo wir mittlerweile draufzahlen nur um einen anderen Auftrag zu bekommen!

Was die Politik bei ihren Arbeitslosenverringerungsträumen auch nicht sehen, einsehen oder verstehen will, ist dass viele Arbeitsplätze einfach nicht mehr da sind (u.A. lassen wir, die Automatisierer, grüßen)!


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xx
Dumpingpreise 35 Euro und weniger durch Ostblock, oder schon wi

Begonnen von Gerhard Reinig

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Letzter Beitrag 13. März 2007, 11:37:06
von Markus Uhl
 

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