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 Interpretation der Sicherheitsnorm ISO 10218-1


normal_post Autor Thema:  Interpretation der Sicherheitsnorm ISO 10218-1  (Gelesen 4087 mal)

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28. November 2008, 16:11:51
Gelesen 4087 mal
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robot_user


Hallo

Ich möcht einfach mal eine Frage in den Raum stellen... Welche Erfahrungsberichte habt ihr denn mit der aktuellen Norm ISO 10218-1?

Mich Interesssiert vor allem der Abschnitt "kollaborierender Betrieb"! Was versteht ihr denn unter dem Begriff?

In der Norm habe ich gelesen, dass der Roboter konstruktiv (im kollaborierender Betrieb) so arbeiten muss, das er nur eine maximale dynamische Leistung von 80W bzw. eine maximale statische Kraft von 150N entwickeln darf....

Welche Herstellen, bzw gibt es überhaupt einen Hersteller, der diese Technik beherscht? Bei diversen Roboterherstellern findet man kaum bis gar keine Information darüber.

Vielen Dank für jede Info  :danke:
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Heute um 22:12:05
Antwort #1

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Gast

28. November 2008, 17:45:02
Antwort #1
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Urmel

Global Moderator
Hallo,


naja, man kann diese Technik auch so beherschen, dass man den Roboter so schwach motorisiert, dass er allein von der Masse und der Antriebsleistung immer unter diesen Werten bleibt.

Beispielsweise dieser: www.neuronics.ch

Allerdings hat man dann einen "Spielzeugroboter", der für sehr viele  Anwendungen zu schwach motorisiert ist.

Grüße

  Urmel


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28. November 2008, 18:08:32
Antwort #2
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robot_user


Hi Urmel

Danke erst mal für deine Info... Wollte aber doch hier von "richtigen" Industrierobotern (Traglasten größer 4kg  :mrgreen:) sprechen!

www.neuronics.ch[/url]

Allerdings hat man dann einen "Spielzeugroboter", der für sehr viele  Anwendungen zu schwach motorisiert ist.

Im Netz finde ich zu dieser Thematik nur irgendwelche Sicherheitsratgeber ABER leider keinen Hersteller der in diesem Bereich überhaupt aufgestellt ist. An der Problematik müssten doch die großen wie KUKA, ABB, FANUC etc arbeiten, oder??

Hat eventuell schon jemand hier aus dem Forum Erfahrungen mit der Norm gesammelt bzw. kennt sich damit aus?

Grüße
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28. November 2008, 18:36:43
Antwort #3
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Urmel

Global Moderator
Also, die Neuronics-Leute kann man auf der Messe immer ganz prima ärgern, wenn man sagt ihr Roboter sei "kein richtiger Roboter".  :mrgreen:

Aber zum Thema. Ich glaube diese ganze Geschichte ist noch in einem sehr frühen Stadium, darum halten sich die großen Hersteller da noch recht bedeckt. Die Zusammenarbeit von richtig großen Robotern mit Menschen kenne ich auch nur aus dem Fernsehen oder von der Messe.

Selber habe ich nur mit "richtigen" kleinen Industrierobotern zu tun (Mitsubishi). Die setzen wir auch in Laboranwendungen ein, wo sie mit Menschen zusammenkommen. Daher suchen wir da immer den Kontakt zur Berufsgenossenschaft, wenn wir etwas neues konstruieren.

Bei Robotern dieser Größe (z.B. 6 kg Traglast, 690 mm Reichweite) kann man auch mit konventioneller Sicherheitstechnik, wie Lichtvorhängen und Sicherheitsschaltern, Anwendungen realisieren wo sich Mensch und Roboter relativ nahe kommen.

Wir haben auch Anwendungen, wo der Anwender den Roboter mit der Hand am Werkzeug greifen und ihn führen kann. Die Maschinenrichtlinie unterscheidet aber wohl auch noch zwischen Laborumgebungen, wo nur qualifiziertes Personal Zutritt hat und Produktionsumgebungen, wo längst nicht so viel erlaubt ist.

Für echte Kooperation braucht man aber eine redundante sichere Robotersteuerung und eine sichere Arbeitsraumüberwachung z.B. über eine sichere Bildverarbeitung.

Grüße

  Urmel

« Letzte Änderung: 28. November 2008, 19:42:30 von Urmel »
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29. November 2008, 17:45:19
Antwort #4
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robot_user



Okay... Hab die Kritik verstanden  ;)  Wollte niemanden auf den Schlipps treten! Der Entwicklungsaufwand für die Roboter sowie für die Steuerungseinheit, Software etc. ist bestimmt genauso aufwendig wie für größere Systeme.



Ich denke, da hast du sehr recht. Mich hat die Thematik einfach persönlich Interessiert. Dieses Jahr war ich mal auf der Automatika Messe in München... Und dort habe ich in diese Richtung auch nicht wirklich was gesehen.
Scheinbar sind noch immer Schweißanwendungen die größten Einsatzgebiete für Roboter in der Industrie.


Aber noch mal zu meiner Frage...

Vielleicht hat ja schon jemand hier im Form etwas in diese Richtung programmiert bzw gesehen. Mich interessiert hauptsächlich wer denn so etwas überhaupt schon (sicher) beherrscht.

Grüße

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Heute um 22:12:05
Antwort #5

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30. November 2008, 10:14:44
Antwort #5
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Urmel

Global Moderator
Also was man kaufen kann ist z.B. so was

http://www.pilz.de/products/sensors/camera/f/safetyeye/index.de.jsp

Damit kann man z.B. feststellen, dass sich etwas dem Sicherheitsbereich nähert.

Knackpunkt ist in diesem Fall die maximale dynamische Leistung von 80 W. Das bedeutet, aufgrund der Massenträgheit, das sich ein großer Roboter fast nicht mehr bewegen darf, um diesen Wert nicht zu überschreiten. Man muss also den Roboter sicher abbremsen.

In normalen Anwendungen, wo das nur in Ausnahmefällen vorkommt, geht das Abbremsen über den Not-Aus bzw. Türschalter. Bei einer kooperativen Anwendung, wo das ständig der Fall ist, braucht der Roboter sichere Eingänge, die die Fahrgeschwindigkeit stufenweise reduzieren.

Ein TÜV-Mann hat mir mal gesagt  Reis hätte sowas. Ob es das auch bei Safe-Robot von Kuka gibt, solltest du mal hier im entsprechenden Forum fragen.

Gesehen habe ich es auch schon im Fernsehen mit einem Stäubli, aber das war ein Forschungsprojekt an irgendeiner bayrischen Uni. Möglicherweise war das keine original Stäubli-Steuerung oder die Anwendung ist nicht als sicher zertifiziert. (Wenn es nicht einer Sicherheitskategorie entsprechen muss, ist das Abbremsen ja mit Alter bei Stäubli oder MXT bei Mitsubishi kein Problem.)

Grüße

  Urmel
« Letzte Änderung: 30. November 2008, 10:17:57 von Urmel »
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30. November 2008, 14:29:40
Antwort #6
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robots


Hallo zusammen, die ISO10218 ist ja aus der EN775 entstanden und meines Wissens noch nicht in der endgültigen Fassung - falls es so etwas überhaupt gibt. Unabhängig davon kann ich mir das mit den 80 W Leistung nicht vorstellen, denn damit ließe sich kein Roboter wirklich bewegen - mal abgesehen von den wirklich kleinen Maschinen wie oben bereits angeführt.
Vielmehr wären Roboter, die mit 80 W beschleunigt würden, dann so genannte "kriechende" Roboter, denn auf Geschwindigkeit kommen die bestimmt nicht.
Vielleicht noch als Ergänzung, zu diesem Thema gibt die Arbeit "Sichere Mensch-Roboter Kooperation durch ... Sensorik" vom Shaker Verlag einen guten Einblick.
Gruß, robots
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01. Dezember 2008, 13:57:31
Antwort #7
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robot_user



Zur Aktualität habe ich auch noch eine Frage... Ist wohl schon was bekannt, dass eine neue Fassung der Norm herausgegeben wird?

Ich persönlich kann mir auch nicht vorstellen, dass es wirklich Roboter gibt, die mit 80W dynamische Leistung bzw. mit 150N statischer Kraft "begrenzt" noch richtig arbeiten können. Aber, genau so steht es zumindest in der ISO Norm  :?.

Das es ansetze gibt, den Arbeitsraum via Sensoric zu überwachen habe ich auch schon auf Messen gesehen. Vielleicht geht ja in diese Richtung die Zukunft.

Grüße
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01. Dezember 2008, 21:23:30
Antwort #8
Offline

robots


Hallo robot_user, wie gesagt an der Norm wird noch gearbeitet und das dauert bei internationalen Normen meist relativ lang.
Gruß, robots
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Heute um 22:12:05
Antwort #9

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