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Autor Thema:  Knebelverträge  (Gelesen 2509 mal)

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Offline högi

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Knebelverträge
« am: 13. November 2009, 23:21:48 »
Hallo Leute,

habe heute den Zuschlag für einen Auftrag bekommen. :lol:
Die Firma hat mir auch gleich einen ewig langen "Vertrag" zugemailt.
Den soll ich unterschrieben zurückschicken.

Allerdings bin ich dabei über eine Klausel gestolpert die besagt das nach Endabnahme sämtliche Rechte an der Software, auch Auszugsweise, in den Besitz der Auftraggeber übergehen. Mißbrauch wird Strafrechtlich verfolgt!!!

Was ist das denn für ein Scheiß???
Das würde ja bedeuten das wir bei jedem Kunden das Rad neu erfinden müßten.

Ich habe den Vertrag bisher nicht unterschrieben. :eviltongue:

Hattet ihr so etwas auch schon einmal?
Soll ich das unterschreiben oder denen diesen Vertrag, mit einem netten Dankeschön, um die Ohren hauen?

Gruß
Högi
« Letzte Änderung: 13. November 2009, 23:35:29 von högi »
  • finde ich gut    Danke, das hat mir geholfen    brauche Hilfe    da stimmt was nicht    Lesenswert
Zwei Dinge sind unendlich,das Universum und die menschliche Dummheit. Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher, !!!!
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Offline Loipe

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Re: Knebelverträge
« am: 14. November 2009, 00:09:35 »
Hi
ist immer die Sache ob das alles Rechtlich haltbar ist.
steht ganz am Ende die Salvatorische Klausel?

Denke das einige Sachen in dem Vertrag nicht IO sind und nur da drin stehen
um nachher dir etwas vorzuwerfen dann sagen die das steht doch im Vertrag und die meisten kuschen.

Die Salvatorische Klausel besagt ja wenn Klauseln in dem Vertrag rechtlich nicht ok ist der Rest des Vertrages trotzdem gültig bleibt.
einen kompetenten Anwalt würde ich schon mal reinschauen lassen und ihn ein paar notizen machen lassen mit denen du
nacher weißt was gültig ist und was net.

und das mit dem
"sämtliche Rechte an der Software, auch Auszugsweise"
du übergibst die  Software im ganzen und das nächste mal schreibst du es bissel anderes.
können dir doch net wenn du ne BubbleSort, Frametransformation, Kreuzprodukt usw anwendest sie dir verbieten weiterhin zu verwenden. wenn du natürlich die Software im großen Teilen ungeändert übernimmst denke ich könnte es schon Ärger geben.

ist das zufällig ne Fa. in NRW?

Gruß Michael


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wer das hier liest hat zuviel zeit oder einen viel zu großen bildschirm

Offline WolfHenk

  • WolfHenk eben.
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Re: Knebelverträge
« am: 14. November 2009, 00:30:48 »
jeder hat "seine" Sachen, die er immerwieder anwendet. Und die zu verkaufen?

Ok, ich kann nicht mitreden, ich bin nicht Selbstständig, aber ich würde diese Klausel streichen.

Die Firma erwirbt Rechte, Deine Software zu nutzen, zu ändern etc etc... Aber Du kannst unmöglich dein KnowHow endgültig verscheuern...


WH
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Wolfram (Cat) Henkel

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"Safety is an integral part of function. No safety, no production. I don't buy a car without brakes."

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Offline Urmel

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Re: Knebelverträge
« am: 14. November 2009, 10:58:01 »
Knackpunk bei der Programmierung ist, ob die Software speziell für den Auftraggeber geschrieben wurde.

In diesem Fall kann der Kunde unter Umständen den Quelltext einfordern
http://www.finanztip.de/recht/online/ur31g99009.html
was aber wohl nicht immer gilt
http://www.law-blog.de/39/pflicht-zur-lieferung-von-quellcode/

Ein Nutzungsrecht für die Quellen erhält der Kunde damit wohl automatisch. Aber der obige Vertrag fordert wohl das ausschliessliche Nutzungsrecht. Das könnte im Extremfall bedeuten, dass der ursprüngliche Programmierer alle nicht trivialen Teile des Programms nicht mehr verwenden dürfte.
« Letzte Änderung: 14. November 2009, 12:27:18 von Urmel »
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Offline wolfgang uhr

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Re: Knebelverträge
« am: 07. Januar 2010, 18:23:14 »
Einen wunderschönen Guten Tag

Sorry ich bin hier nur ein wenig reingestolpert und habe mal durch die Beiträge gestöbert.


Ich selbst bin Softwareentwickler und kann dazu nur sagen:
  • Die Firma hat sich vermutlich (nach meiner Erfahrung) nichts dabei gedacht. Sie hat irgendwo was aus dem "Internet gefischt", das sah gut aus und das war es.
  • Ich würde diesen Vertrag so nicht unterschreiben, sondern auf Verhandlung der Vertragsbedingungen drängen.
  • Eine Formulierung kommt schon schnell zusammen, wenn gemeinsam in einer Besprechung jeder sagt, was er haben will - nach meiner Erfahrung ist das so.

Herzliche Grüße
Wolfgang Uhr

Ps: Ich bin kein Anwalt, sondern Entwickler - trotzdem, wenn Sie Hilfe brauchen
Dr. Wolfgang Uhr
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