Augen auf beim Gebrauchtroboter Kauf - Ist er es wert?

Checkliste beim Kauf eines Gebrauchtroboters:


  • Kann der Roboter überhaupt die Aufgaben, für den Sie ihn vorgesehen haben, übernehmen?
  • Ist der Roboter ein Umbau, wie z.B. (V)KRC, welcher nicht die volle Software oder Hardware unterstützt?
  • Liefert der Händler, bzw. der Hersteller noch Ersatzteile?
  • Gibt der Händler wenigstens eine 6-monatige Garantie?
  • Wie viele Betriebsstunden hat der Roboter?
  • Wird mit dem Roboter Bedienungsanleitung, Dokumentation, Software mitgeliefert?
  • Wird der Roboter mit Kalibrier- oder Justage Werkzeug geliefert?
  • Wurde der Roboter in der Vergangenheit regelmäßig gewartet?
  • Hat der Roboter zuletzt eine "große" Wartung bekommen?
  • Wann sind die Öle zuletzt gewechselt worden?
  • Ist das Artikelbild vom Original verkauftem Roboter oder ein "Beispiel Bild"?
  • War der Roboter in der Vergangenheit überlastet?
  • War der Roboter großer Hitze ausgeliefert oder in verschmutzter Umgebung eingesetzt?
  • Macht der Roboter beim Verfahren ungewöhnliche Geräusche?
  • Kann der Roboter mit allen Achsen in alle Richtungen bewegt werden?
  • Wurde der Roboter mindestens 3h in voller Geschwindigkeit getestet?
  • Sind die Steckverbindungen und Kabel zwischen Controller und Roboterarm in Ordnung?
  • Ist der Controller innen verschmutzt?
  • Sind im Logbuch Hardwarefehler zu finden?
  • Wurde das Logbuch gelöscht?
  • Bekomme ich einen Programmierer für diesen Robotertypen, falls ich Unterstützung brauche?
  • Verfügt der Roboter über ein CE-Zertifikat?

Generell gilt, so ein Gebrauchtroboter kann sehr hohe Kosten im Nachhinein verursachen, oder man kauft ihn, nur um dann festzustellen, dass die Aufgabe so nicht lösbar ist oder ein Ersatzteil nirgends mehr verfügbar ist.

Hier im Forum gibt es viele Beispiele von engagierten Bastlern, die hartnäckig ihr Vorhaben verwirklicht haben und einen gebrauchten Roboter als günstigere Alternative zum neuen Roboter für den Einstieg in die Robotertechnik gekauft haben.

Es gibt aber auch tausende Roboter, die als gut aussehende, zigtausende Euro gekostete Ausstellungsstücke daran erinnern, dass der Einstieg in die Robotertechnik unmöglich zu sein scheint.

Gebrauchte Roboter wechseln von Besitzer zu Besitzer, jeder investiert hunderte Stunden, tausende Euro Geld und am Ende kommt die Erkenntnis, die Robotertechnik sei nichts für sie.

Wieder ein verbrannter Unternehmer, der nie wieder darüber nachdenkt einen Roboter einzusetzen und weiterhin auf Handarbeit setzt.

Eines Tages wird er dann feststellen, dass seine Konkurrenten es geschafft haben und günstiger mit besserer Qualität fertigen. Schade.


Die wichtigsten Tipps fasse ich hier mal zusammen:


  1. Kaufen Sie nur bei einem Gebrauchtroboterhändler, der Nachhaltigkeit bewiesen hat. Die Roboterhersteller verkaufen nur ungern gebrauchte, es gibt aber ein paar sehr gute Händler, die Ihre Sache ernst nehmen. Gebrauchte Mitsubishi Roboter mit dem entsprechendem Service bekommen Sie z.B. von uns.
  2. Auf Vollständigkeit des Roboters achten. Ist Dokumentation, Software, Justagegerät etc. verfügbar?
  3. Prüfen Sie die Mechanik und den Controller. Knirschende Geräusche im Getriebe, verdreckte Kühlrippen im Controller etc.
  4. Ziehen Sie einen Profi zu Rate. Der Profi kostet Geld, ca. 1000 € / Tag, aber er ist es wert. Entweder ein erfahrener Mitarbeiter vom Roboterhersteller selbst (könnte dann auch mehr kosten) oder ein erfahrener Programmierer/Integrator/Maschinenbauer, der Ihnen genau sagt, ob der Roboter Ihre Aufgabe erledigen kann. Jemand der prüft, ob der Roboter gut in Schuss ist und vor allem einer, der Ihr Vorhaben in die richtige Richtung bewegt. Gerade Anfangs gehen schnell Ihre komplette Energie und Enthusiasmus verloren, wenn Sie sich an Kleinigkeiten tage- oder gar wochenlang aufhalten müssen. Alternativ kann auch eine Grundlagenschulung Ihr Vorhaben sehr effektiv anlaufen lassen.
  5. Kaufen Sie nicht das billigste Gerät beim Schrotthändler auf Ebay. Spenden Sie das Geld lieber an den Kindergarten um die Ecke oder dem Roboterforum für diesen wertvollen Tipp. So haben Sie sich viel Zeit, Ärger und Folgekosten gespart.
  6. Beziehen Sie Ihre Mitarbeiter in das Unternehmen mit ein. Wenn alle Angst haben, dass der stählerne Kollege demnächst ihre Arbeiten übernimmt, ist es doch logisch, dass alle nur Probleme mit dem Roboter sehen. Machen Sie Ihnen klar, dass der Roboter die "dummen und eintönigen" Arbeiten übernehmen wird und die Mitarbeiter sicherere Arbeitsplätze haben, wenn die Fertigung modern ist.