Moin Leute
War auf Montage in Stuttgart beim Daimler.
Nach drei Wochen Inbetriebnahme stand ich kurz vor einem Montagekoller.
Deshalb hatte ich beschlossen, mich einmal unter die Eingeborenen zu mischen.
Möglicherweise existiert unter denen ja ein geeignetes weibliches Wesen, das mir helfen könnte, meinen Testosteronspiegel wieder auf Normalwerte abzusenken.
Die Sprachbarriere könnte zum Problem werden.
Zwar ist das schwäbische Genuschel nicht ganz so schwierig wie die Klicksprache der südafrikanischen Buschmänner, viel fehlt aber nicht.
Ich hatte zwar drei Wochen Zeit mit der Rezeptionistin meines Hotels zu trainieren, aber leider verstehe ich immer noch nur die Hälfte.
Die ist eine von diesen vielgelobten „schwäbischen Hausfrauen“ und hört sich unheimlich gerne reden. Jedenfalls schwallert die dermaßen los das einem nach kürzester Zeit die Ohren klingeln.
Ob man es eilig hat oder kein Wort versteht, interessiert die absolut nicht.
Bei der habe ich mich schon einmal an dieses schwäbische Geschischel gewöhnen können.
Es gibt kaum einen unerotischeren Dialekt als Schwäbisch.
Na ja, Sächsisch kann gerade noch so mithalten.
Konnte mein Gehör also erst einmal gehörig abhärten weil:
die Frau kann entweder durch die Ohren atmen, oder die hat eine Methode entwickelt beim Einatmen zu sprechen.
Ich habe jedenfalls noch niemanden getroffen der dermaßen ausdauernd quasseln kann wie diese Hotelangestellte.
Sich den Zimmerschlüssel geben zu lassen dauerte min. 15 Minuten.
So war ich einigermaßen vorbereitet und habe mich am Samstag ins einheimische Nachtleben gestürzt.
Ich war bei einer Ü30Party.
Alter Schwede…. seid ihr schon einmal auf so einer Veranstaltung gewesen?
Jede Menge schlechte Mucke aus den 80igern. Auf der einen Seite ein Haufen alte Knacker (bin gar nicht aufgefallen) von denen min. 85% sturzbetrunken waren.
Auf der anderen Seite Wasserstoffoxidgebleichte Solarium Anbeterinnen, die sich beim Tanzen auf die Füße starren und ein Gesicht ziehen als würden sie in Essig eingelegte Zitronen Frühstücken.
Habe mich anfangs echt gegruselt.
Das ließ aber im Laufe des Abends und mit der Anzahl der konsumierten Halben merklich nach.
Hatte mir einen relativ komfortablen Stehplatz an einer der Theken erkämpft und von dort aus das Ganze beobachtet.
Ich stand da so herum als mir plötzlich aus dem Getümmel heraus eine Eingeborene entgegen wogte. So kann man das wohl am besten beschreiben.
Sie war nicht dick, hatte aber ein dermaßen ausladendes Dekolleté das es meinen Blick gerade zu magisch aufzusaugen schien.
Sie hatte eine weiße Korsage aus irgendeinem besonders reißfestem Spezialstoff an.
Der Schnürsenkel der den ganzen Apparat hinten zusammenhielt muss aus der Entwicklungsabteilung eines Raumfahrtunternehmens gewesen sein.
Anders ist es nicht zu erklären wie dieses dünne Bändchen dem immensen Druck standhalten konnte.
Nachdem das Mädel schon eine Weile vor mir stand ebbte auch das Beben der sexuellen Schwungmassen in ihrer Korsage langsam ab.
Oh mein Gott!!!!!!!
Vor mir stand ein wasserstoffgebleichtes Busenwunder, wedelte freudestrahlend mit einem kleinen quadratischen Plastiktütchen vor meiner Nase und fragte zuckersüß:
„Kannsch ma uff mache?“
Wäre ich eine Frau hätte dieser Anblick einen sofortigen Eisprung ausgelöst.
Außerdem war ich völlig perplex.
Mir ist in meinem Leben ja schon viel passiert, aber das eine schwäbische Dolly Buster mit einem Kondom vor meiner Nase herum wedelt und mitten in einer Disco von mir verlangt das ich „UFF“ machen soll, war noch nicht dabei.
Bevor die Situation ins Peinliche abgleiten konnte, drückte mir die schöne Eingeborene mit einem entzückenden Lächeln das Plastiktütchen in die Hand.
Mein Testosteron Pegel machte einen Satz.
Das vermeintliche Kondom stellte sich allerdings als ein in Plastik eigeschweißtes überdimensionales Gummibärchen heraus.
Da war doch was?
Ich erinnerte mich dass sie diese Dinger am Eingang verteilt hatten.
Ich hatte keines genommen. Ich hasse Gummibärchen.
Meine Schockstarre löste sich wieder und langsam dämmerte mir, das die lang herbeigesehnte Pornoqueen keine Shownummer auf der Discobühne von mir wollte, sondern meine technische Kompetenz in Verpackungs Angelegenheiten gefragt war.
Die anfängliche Enttäuschung wich heimlicher Hoffnung dass ich, nachdem ich ihr Problem mit dem Gummibärchen gelöst hatte, vielleicht auch beim Auspacken dieser beiden Prachtexemplare behilflich sein könnte.
Oho, holde Maid , keine Panik ! Rettung naht.
Also frisch ans Werk.
Ich zuppelte und zerrte an dieser Scheiß Tüte aber das Drecksding gab einfach nicht nach.
Schließlich schlug ich in einem Akt der Verzweiflung meine Zähne in die Tüte und zerrte verbissen. Das hat es letztendlich gebracht, allerdings nicht so wie geplant.
Die Tüte gab mit einem deutlich vernehmbaren „Raaatsch“ nach und das kostbare Gummibärchen flog im hohen Bogen durch die Luft und landete auf Nimmerwiedersehen mitten zwischen den Leuten auf der Tanzfläche.
Zerknirscht drückte ich der Schönen die leere Tüte in die Hand und sagte in Gedanken schon einmal „Servus“ zu den beiden Augenmagneten.
Tja, so kam es dann auch.
Dolly Buster verschwand etwas ungehalten in der Menge und ich habe versucht meinen Kummer und den inzwischen völlig aus dem Ruder laufenden Hormonspiegel mit Bier zu bekämpfen.
Hat natürlich nicht funktioniert.
Zu meinen Schmerzen in den Eiern kamen am nächsten Tag auch noch welche im Kopf dazu.

Gruß
Högi